Informations- und Austauschabend

Für gestern Abend hatten die Caritas Ludwigsburg und die Besigheimer Sozialarbeiterinnen zu einem Informations- und Austauschabend in den Gemeinschaftsraum der Flüchtlingsunterkunft Im Wasen 3 eingeladen. Vom Freundeskreis Asyl Besigheim sind insgesamt 13 Interessentinnen und Interessenten der Einladung gefolgt, von der Stadt Besigheim waren Frau Adler und Frau Keller anwesend. Frau Monika Miller, Mitarbeiterin der Caritas Ludwigsburg und zuständig für den Bereich Flucht und Asyl mit Flüchtlingssozialarbeit und Anschlussunterbringung im Landkreis Ludwigsburg führte gemeinsam mit Frau Martha Albinger, Mitarbeiterin der Ökumenischen Fachstelle Asyl der Caritas Ludwigsburg durch den Abend. Frau Albinger ist zuständig für Interkulturelle Kompetenz, Coaching und Supervision bei Konfliktbewältigung sowie Schulungsbedarfe (wie z.B. Führerschein Asly).

Die Sozialarbeiterinnen sowie die Mitarbeiterinnen der Caritas stellten die wichtige Bedeutung der Arbeit der Ehrenamtlichen deutlich hervor; gerade in Zeiten des "Gegenwindes" sind die ehrenamtlichen Mithelfer besonders wichtig. Sind sie es doch, die mit den Flüchtlingen gemeinsam daran arbeiten, die Flüchtlinge ins Gemeinwesen hier in Besigheim zu integrieren.

In Besigheim Im Wasen sind die Häuser aufgeteilt in Erstaufnahme (GU) und Anschlussunterbringung (AU). Für alle 8 Häuser sind insgesamt 4 Sozialarbeiterinnen eingestellt und haben ihre Büros Im Wasen. Die %-Stellen sind abhängig von der Anzahl der hier lebenden Flüchtlinge und abhänig davon, ob für GU oder AU eingestellt. Der Schlüssel liegt in AU bei 1:150 und bei GU bei 1:110. So ergibt sich für Besigheim eine 100 %-Stelle und eine 50 %-Stelle in der AU, für die GU gibt es eine 100 %-Stelle und eine 75%-Stelle. Der Schlüssel wird alle drei Monate überprüft und den Anforderungen entsprechen angeglichen.

Die Sozialarbeiterinnen sind für die Flüchtlinge die erste Anlaufstelle. Die Flüchtlinge der AU werden von den Betreuungsstellen der Caritas in Ludwigsburg betreut. Die Caritas ist bemüht, die "Komm-Struktur" umzusetzen. Es soll kein Beratungsloch entstehen, es soll immer Hilfe gegeben werden können; jedoch sollen die Flüchtlinge dahin geführt werden, sich selbst um Hilfe zu bemühen und zu kümmern. Im Moment ist die Betreuungsstelle noch in Ludwigsburg, es soll aber nach einem geeigneten Büro in Besigheim gesucht werden, damit die Flüchtlinge ihre "Komm-Schuld" hier vor Ort einlösen können.  Die Betreuungsstelle ist zuständig für alle rechtlichen Fragen und Fragen der Existenzsicherung.

Die Migrationsberatungsstelle in Ludwigsburg kümmert sich um die Menschen, die anerkannte Flüchtlinge sind und Hilfe und Beratung bei beruflicher und schulischer Integration brauchen. Die Mitarbeiter helfen, Probleme zu regeln, sie sind aber keine Spezialisten für Asylberatung! Die Verantwortung liegt beim anerkannten Flüchtling selbst, nicht bei der Caritas.

In der anschließenden Austauschrunde kam zum Ausdruck, dass für den Bereich "Begleiten" keine Ansprechpartner vorhanden sind. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Sozialarbeiterinnen fühlen sich unwohl, da das Begleiten der Flüchtlinge im Moment eher über persönliche Beziehungen geregelt ist. Das wollen wir gemeinsam ändern und Querverbindungen zwischen Stadt, Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen offen und transparent herstellen, sodass Begleiten besser koordiniert werden kann. Zum Wohl der Flüchtlinge, der Sozialarbeiterinnen und der Ehrenamtlichen. Positiv hervorgehoben haben die Sozialarbeiterinnen die Zusammenarbeit mit den einzelnen Ressorts, die sich mit den Flüchtlingen um das Erlernen der deutschen Sprache oder die Freizeitgestaltung bemühen.

An die Mitarbeiter der Stadt Besigheim ging die Anfrage, ob für die Flüchtlinge Im Wasen ein Gartenland für Beete oder Gemüseanbau bereitgestellt werden kann. Da die Außenanlagen im Moment noch nicht fertiggestellt sind, (ein Spielplatz und ein Grillplatz soll angelegt werden), ist eventuell ja auch Platz für einen Gartenbereich, den die Flüchtlinge selbst mit Blumen oder Gemüse gestalten können.